Packendes TWC Saisonfinale am Salzburgring

Spannender geht es kaum: Die Tourenwagen Classics ging von 23.-25. September in ihren letzten Wertungslauf 2016. Bei 22 genannten Teilnehmern wurden im Rahmen des Histo Cups maximal 28 wichtige Meisterschaftspunkte Punkte vergeben.

Zur Erinnerung – Punktesystem:

Sieger eines Wertungslaufes ist der Teilnehmer, der die gefahrene Distanz  in der kürzesten Zeit unter Berücksichtigung aller Strafen zurückgelegt hat. Alle Teilnehmer, die gestartet sind, werden gewertet:

  • Die drei Best-platzierten erhalten jeweils so viele Punkte, wie Teilnehmer gestartet sind (#-Starter) zuzüglich 6 Bonuspunkte für den Sieger sowie 3 Bonuspunkte für den Zweit- und 2 Bonuspunkte für den Drittplatzierten.
  • Die Punktzahl des Viert-platzierten entspricht exakt der Starter-zahl.
  • Alle folgenden erhalten jeweils einen Punkt weniger als der Vor-platzierte.

Wer war am Start?

22 Autos mit insgesamt 27 Fahrern nannten zum Finale am Salzburgring. Mit dabei die üblichen Verdächtigen:

Amateure:

Der gesamt-führende Armin Dellkamm, Peter Kohl, Jörg Hatscher, Thorsten Stadler, Marc Seesing, Yannik Trautwein, Jürg Dürig, Dr. Michael Vogt, Gerhard Füller, Markus Wüstefeld, Steffan Irmler, Ralph Bahr sowie Youngtimer Trophy Pilot Roland Hölscher, Lukas Picard, Gerhard Füller, Roland Luger und Stephan „Pippo“ Piepenbrink.

Ex DTM Profis:

Alexander Burgstaller, Altfrid HegerChristian DannerHubert HauptMarc Hessel und Volker Schneider.

danner-und-hauptChristian Danner und Hubert Haupt (mit 1990er DTM Dienstwagen)

altfird-hegerAltfrid Heger mit Bigazzi M3 – Motorenbauer Fritz Preuner

danielle-ammerschlager-und-marc-hesselTWC-Moderatorin Danielle, BMW Legende Ammerschläger und Marc Hessel

alexander-burgstaller-und-altfrid-hegerZwei gute Bekannte: Alexander Burgstaller und Altfrid Heger

Qualifyings:

Der Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und verwöhnte Fahrer wie Zuschauer mit spät-sommerlichen Temperaturen. Nachdem die Zelte, Lager und Boxen bezogen wurden ging es am Samstag Vormittag ins erste Zeittraining. Erwartungsgemäß zauberte Christian Danner mit 1:24,215 mühelos die Bestzeit mit dem 4-Rad getriebenen Alfa Romeo 155 – gefolgt von Histo-Cup Urgestein Roland Luger, der mit seinem 6 Jahre älteren Opel Omega DTM von 1990 mit 4 Sekunden Rückstand ebenso Messlatte im folgenden 2. Zeittraining für alle anderen bleiben sollte. Christian Danner unterbot seine Bestzeit im Rennen gar und schuf mit 1:23,839 eine Tourenwagen Bestmarke am Salzburgring.

Der Eisenmann M3 Gruppe N mit Ralph Bahr blieb mit Bestzeit im Zeittraining 1:43,097 in Klasse 2 in achter Startreihe im Bereich seiner Möglichkeiten und ging punktgleich mit Gerhard Füller (Mercedes 190 Evo) ins Rennen mit Kampf um die Klasse und Gesamtwertung. Beide sollten im Rennen Zeiten um 1:41,000 fahren.

160924-histo-10-eg-2432Eisenmann M3 auf Jagd nach der schnellsten Runde in Klasse 2

Motoren-Fresser Salzburgring:

Der Salzburgring forderte aufgrund hohen Volllast-Anteils seinen Tribut. Die Teams Dr. Michael Vogt (ex Peter Kox BMW STW), Richard Weber (Diebels M3 DTM), Roland Luger sowie Jörg Hatscher & Thorsten Stadler (Mercedes Evo 2) wurden durch teils kapitale Motorschäden zur Aufgabe gezwungen, wobei letztere mit Hilfe nächtlichen Einsatzes den Motor wechseln und am folgenden Rennsonntag zumindest starten konnten. (Ohne Testfahrt war leider auch hier wiederum nach den ersten Runden Schluss – so konnte man sich wenigstens das Rennen aus spektakulärer Perspektive am Rande der Strecke ansehen).

160924-Histo-08-DH-5959.jpg„Doc“ Vogt steuert seinen STW mit Motorschaden ins Kiesbett

Rennen:

Die Veranstaltung war bis zum letzten Platz ausverkauft. Die Ankündigung  der Tourenwagen Classics mit ex DTM-Profis ließ trotz einiger Parallelveranstaltungen in 50 km Umkreis (z.B.: Rossfeld-Bergrennen) viele Fans mobilisieren. Sogar aus dem benachbarten Ausland strömten Schaulustige an den Ring und fieberten um ein Autogramm der Legenden.

presse-histo-cupPresseankündigung: Kronen Zeitung

Rennverlauf:

In der Klasse 1 startete Armin Dellkamm als Meisterschafts-Führender aus 9. Position mit 7 Punkten Vorsprung auf Steffan Irmler und Alexander Burgstaller im Opel STW. Armin plagten das ganze Wochenende hindurch Probleme mit seinem ex DTM Kalascheck M3 in der Gasannahme. Somit bleib die Meisterschaft offen bis zur letzten Runde. Danner auf Alfa Romeo 155 und Hubert Haupt auf Audi V8 wurden während des Rennens Opfer des schnellen Kurses und verloren jeweils durch Reifenplatzer wertvolle Zeit mit Boxenstopps. Während Hubert Haupt seinen Audi im Abschnitt der Gegengeraden abstellen musste, zeigte sich die mit Christian Danner und Stephan Rupp angereiste Entourage von Vorteil. Das Mann-starke Team wechselte die Pneus in Sekunden (bei technischem Defekt erlaubt) und präparierte die gebrochene Frontschürze für den Fahrerwechsel auf Rupp, der wieder in Führung gehen und das Rennen als Sieger beenden konnte.

Boxenstopps:

Nachdem das Pflicht-Boxenstopp-Fenster (nach 15 Minuten) öffnete, kamen die Teams früh an die Box, um jeweiligen Verfolgern Windschatten zu nehmen. Die Nervosität ließ manch einen vergessen, dass die Durchfahrtszeit von Boxenlinie eingangs bis Linie ausgangs mindestens 2 Min. beträgt. Andernfalls wurde mit 120 Sek Strafzeit geahndet.

Top Fahrer Auto Stoppzeit
1 Armin Dellkamm BMW M3 DTM 02:02
2 Gerhard Füller Mercedes Evo 1 02:03
  Hubert Haupt Audi V8 quattro 02:03
3 Ralph Bahr BMW M3 Gruppe N 02:04
  Fred Schneider Ford Cosworth 02:04
4 Jürg Dürig – Marc Hessel BMW 635csi 02:06
  Volker Schneider Ford Cosworth 02:06
5 Steffan Irmler – Alex Burgstaller Opel Astra STW 02:09
6 Altfird Heger – Kurt Gföhler BMW M3 DTM 03:00
7 Christian Danner – Stephan Rupp Alfa Romeo 155 ITC 03:28
8 Marc Seesing BMW M3 DTM 07:06
9 Jörg Hatscher – Thorsten Stadler Mercedes Evo 2
Strafzeit Peter Kohl Ford Sierra XRTi 01:22
Strafzeit Roland Hölscher Mercedes Gruppe A 01:23
Strafzeit Lukas Pikard Mercedes Gruppe N 01:31
Strafzeit Markus Wüstefeld Mercedes Klasse 1 01:57

Pechvögel im Rennen:

Hubert Haupt: Natürlich ist Hubert trotz eindrucksvoller Performance der grösste Pechvogel. Bis dahin alles richtig gemacht, kostete ihn der Reifenplatzer mindestens das Podium wenn nicht gar den Sieg.

Thorsten Stadler & Jörg Hatscher: Nicht das erste Mal bleibt das gut ausgestattete Team wegen Vortrieb-Problemen hinter seinen Erwartungen zurück. Wo auch immer die Gründe zu finden sind, von beiden wird 2017 die größte Ergebnis Steigerung erwartet.

Yannik Trautwein: Er glänzt mit seinem top aufgebauten BMW STW regelmäßig mit Top Zeiten, kann diese leider durch unvorhersehbare Schäden nicht in Resultate umsetzen. Das Auto wird nach seinem Debüt-Jahr bestimmt zuverlässig und mischt trotz Leistungsdefizite die großen wieder auf. Wir freuen uns drauf.

Altfrid Heger: Probleme beim Anlassen des Motors nach Boxenstopp kosteten der DTM Legende ganze 60 Sekunden, wodurch mindestens das Podium verpasst wurde. Am Ende konnten sie mit P4 aber das Potential von Auto und Fahrerpaarung unterstreichen.

Markus Wüstefeld: Jeder freute sich, dass Markus seinen Klasse 1 Mercedes wieder an den Start brachte. Markus zeigte mit Zeiten um 1:33,00  Performance wie die Top 3. Wir haben ihn in 2017 wieder auf der Rechnung.

Marc Seesing: Der gut gelaunte Holländer hat durch Top Platzierungen in 2016 sein Können bereits unter Beweis gestellt. Sein Fahrstil ist spektakulär und sein M3 ein Publikumsliebling. Leider zwang ein technischer Defekt das Team zur Aufgabe.

Sieger:

Alle anderen sind ins Ziel gekommen und konnten ihr Ergebnisse halten oder gar ausbauen. Allen voran gratulieren wir Armin Dellkamm zum Gewinn der ersten Meisterschaft der Tourenwagen Classics.

armin-und-ralphKlassensieger unter sich: Armin Dellkamm und Ralph Bahr

glc-motorsportAuch bei GLC-Motorsport wurde gefeiert – Klassensieg und 4. Gesamtrang 2016

In der Klasse 2  wurde indes von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Gingen doch Gerhard Füller auf Mercedes Evo und Ralph Bahr auf Eisenmann M3 mit jeweils 20 Punkten ins Rennen so konnte nur einer Klassensieger werden. Nach heftigen Windschatten Duellen und letztlich glücklichem Ende für den Eisenmann M3 feierte Ralph Bahr erneut einen Klassensieg und am Ende 4. Gesamtrang in der Meisterschaft.

Hier der Moment, da Gerhard Füller durch einen Ausritt ins Kiesbett drei Runden vor Schluss den Klassensieg abgibt:

bahr-vs-fuller                                                              Video: Kampf um P1 in Klasse 2

Am Ende sortierte sich das Feld wie folgt:
endergebnis-meisterschaft-2016-klasse-2Endergebnis Klasse 2 nach Salzburgring 2016

Die Medienwirksamkeit dieses Rennen suchte seinesgleichen. Waren doch einige ex DTM-Fahrer diese Saison an den Start gegangen. Siehe hier den Endstand der ex Profis:

endergebnis-meisterschaft-2016-ex-dtm-fahrerEndergebnis der ex DTM Profis 2016

Am Ende trugen insgesamt 40 Fahrer die Meisterschaft untereinander aus – darunter 20% ex DTM Profis. Genau das macht den Reiz dieser Serie aus. Helden der „Golden Ära“ auf den Autos von einst. Und wir mittendrin. Bzw. auf Platz 4 Gesamt:

Meisterschaft Endergebnis 2016:

endergebnis-meisterschaft-2016

Hier noch ein paar Impressionen des Rennens am Salzburgring:

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