WEC – Tourenwagen Classics 2016

Das absolute Highlight der Saison: Tourenwagen Classics mit 40. Minuten Rennen im Rahmen der World Endurance Championship (WEC) am Nürburgring vom 22.-24 Juli.

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Das durfte man sich nicht entgehen lassen. Trotz typischen Eifelwetters pilgerten über 40.000 Zuschauer an den Nürburgring, um wahre Exoten erleben zu dürfen. Die LMP-Boliden und der Porsche Super Sports Cup waren schon recht attraktiv fürs Publikum. Doch mancher Fan kam vor allem für die Kulisse, die es seit über 20 Jahren erstmalig wieder gibt. Die Tourenwagen Classics – Rennserie für ex DTM, STW und DTC Autos der 80er, 90er Jahre.

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Im historischen Fahrerlager sammelten sich 22 Pretiosen der Golden Ära samt Tross und schwerem Gerät.

Auftakt zum Wochenende bildete das Freie Training und das erste Qualifying. Bei noch schönem Wetter spielte der Alfa Romeo ITC (ex Giancarlo Fisicella) von Stephan Rupp sein Potential aus und sicherte sich in der letzten Runde P1.

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Lokalmatador war sicherlich ex DTM Profi und heutiger Markenbotschafter von Mercedes – Kurt Thiim. Er bekam von Mercedes-Benz Classic seinen alten Werkswagen und ein AMG DTM Team zur Seite gestellt. Auf diesem Mercedes 190 Evo 2 siegte Thiim bereits 1991 am Norisring.

Am Samstag kam wie befürchtet die Schlechtwetterfront und ergoss sich in dem Moment, als die Teams bereits mit Slicks in der Boxengasse auf die Grüne Ampel warteten. Nur wenige Teams setzten auf Regenreifen  und wurden mit guten Zeiten belohnt.

Da im Eifer des Gefechts einige Piloten das Verbot zur Überfahrung der weißen Linie am Boxenausgang missachteten, rückte Routinier Kurt Thimm von P2 am Vortag auf Poleposition vor und startete im folgenden Rennen an der Spitze des Feldes.

Der Start zum Rennen erfolgte pünktlich um 16:30 Uhr und wurde als „Wet Race“ deklariert – d.h. alle Teams mussten mit Regenreifen auf die Strecke. Die Fans waren begeistert und manch WEC Profi wie Lotterer, Kobajaschi und Webber schossen eifrig Bilder vom Fahrzeugfeld. 

Das Rennen war durch Spannung kaum zu überbieten. Thiims Mercedes und der zweitgestartete „Richi“ Weber mit seinem DTM M3 boten sich 40 Minuten lang einen erbitterten Schlagabtausch. Führte Thiim noch bis zum Boxenstopp so reihte er sich danach wieder hinter dem Diebels-M3 ein. Durch ein beherztes Überholmanöver schob sich Weber zum Ende hin an Thiim wieder vorbei, doch Thiim blieb dem Oberbayern fest im Nacken sitzen und zeigte sich beim Anbremsen bedrohlich nahe im Rückspiegel.

Die Taktik ging auf und Richard Weber verbremste sich in letzter Runde auf die NGK Schikane hin und drehte sich um die eigene Achse. Ein Profi wie Thiim nimmt die Einladung zum Führungswechsel dankend an und siegt beeindruckend in letzter Minute. Ganz zur Freude seines Sohnes Nicki Thiim, der ebenfalls an diesem Wochenende mit seinem Aston Martin an den Start geht.

In der Klasse 2 ging es nicht minder spannend zu. Ralph Bahr startete mit seinem Eisenmann M3 aus Position 2 hinter GT-Masters Pilot Yannik Trautwein vom Bewerber CHRSN, der an diesem Wochenende auf dem gelben „Camel“ Mercedes Evo 1 gastierte, um Meisterschaftspunkte zu sammeln, da sein eigener Rennwagen nach dem ersten Einsatz vor 4 Wochen nicht rechtzeitig fertig wurde.

Dank guter Regenreifen konnte sich Ralph bereits nach dem Start in Kurve 1 an Yannik vorbeibremsen. Die Freude hielt jedoch nicht lange – so drehte sich der Wahl Wiesbadener im Eifer des Gefechts 8 Kurven später in der Bilstein Kurve und verlor dadurch wertvolle Plätze.

Wenige Runden später konnte sich der Eisenmann M3 um drei Plätze vorarbeiten und durch einen gelungenen Boxenstop wieder in Führung gehen. Die Strecke trocknete ab und die Kokurrenz auf Intermediates konnte langsam aufschließen. Man darf nicht vergessen, dass der Gruppe N M3 das schwächste Fahrzeug im Feld ist und mit der Klasse 2 zusammengelegt wurde, weil es sonst keinen Nennungen in Klasse 3 gab.

Mit nur 2 Sekunden Vorsprung rettete Ralph die Führung ins Ziel und wurde glücklicher Sieger der Klasse 2.

Die Freude war gross, mit Kurt Thiim auf dem Treppchen stehen und die eigenen Nationalhymne hören zu dürfen. Team Derichs hatte den Eisenmann M3 wieder einmal bestens vorbereitet und so wurde das Wochenende zum unvergesslichen Highlight.

Ergebnis nach Klassen:Ergebnis WEC Rennen nach Klasse

Weitere Eindrücke und Bilder der Tourenwagen Classics im Rahmen der WEC 2016: